Hintergrund

Im März 2000 wurde die sog. Lissabon-Strategie verabschiedet, mit dem Ziel, den EU-Raum bis zum Jahr 2010 „zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt“ zu entwickeln. Gleichzeitig sollte sie dem Umweltschutz verpflichtet sein. Ein Jahr später, im Sommer 2001, wurde vom europäischen Rat in Göteborg die Nachhaltigkeitsstrategie der EU (sog. „Göteborg-Strategie“) verabschiedet, um die Lissabon-Strategie in einen größeren Rahmen zu stellen. Die Gefahr, dass Natur- und Umweltschutzbelange gegenüber wirtschaftlichen Interessen zu wenig Berücksichtigung finden, lag auf der Hand. EuroNatur sieht seine Aufgabe darin, diese Strategien aus Naturschutzsicht zu begleiten und zu bewerten sowie Chancen und Risiken für Landschaft und ländliche Räume darzustellen.

Projektstudie „Grundzüge der Lissabon-Strategie und ihre Bedeutung für den Natur- und Umweltschutz“


Mitte Juni löste die neue Langzeitstrategie "Europa 2020" (Untertitel: „Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“) die Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung ab.


Mehr Informationen zur EU 2020-Strategie


Projektziel und Projektverlauf

Im Kontext der Lissabon-Strategie ist die GAP EU-politisch ein wichtiges Umsteuerungselement für den notwendigen Strategiewechsel zu einem nachhaltigen „grünen Wachstum“. Seit dem Jahr 2005 begleitet EuroNatur (in Kooperation mit der AbL) diesen Prozess aus Naturschutzsicht. Dabei wurden die laufenden Debatten und bisherigen Reformversuche kritisch beleuchtet und in verschiedenen Hintergrundpapieren kommentiert und bewertet. Immer noch ist die Verknüpfung von Agrarpolitik mit der Naturschutz-, Umwelt- und Klimapolitik unzureichend. Dies belegen zahlreiche aktuelle negative Entwicklungen im Bereich Biodiversität, Klima und Wasserhaushalt (mehr Informationen zu den Auswirkungen der GAP finden sie hier).

Die jetzige GAP ist im Rahmen der finanziellen Vorausschau 2007 – 2013 bis zum Jahr 2013 festgeschrieben. Die bevorstehende Agrarreform „GAP 2013“ stellt nun die nächste Möglichkeit dar, Reformschritte einzuleiten und umzusetzen. Zentrales Ziel des Projekts ist es, diesen anstehenden Prozess aus Natur- und Umweltsicht sowohl fach- wie auch gesellschaftspolitisch zu analysieren, zu bewerten und zu begleiten.
Mehr Informationen zum geplanten Ablauf des Projektes finden Sie hier  


Projektleitung und Projektpartner

Dieses Projekt wird geleitet von der EuroNatur Stiftung, die über ein breites Wissen zur EU-Agrarpolitik und deren Finanzierungsinstrumente, zur ländlichen Regionalentwicklung und natürlich zu Natur- und Artenschutz verfügt. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) steuert als Kooperationspartner zusätzliches Wissen über die landwirtschaftliche Praxis bei und fungiert als Bindeglied zwischen den Verbänden der Plattform, die landwirtschaftliche Interessen vertreten, und denen aus dem Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. Zusätzlich ist es nun auch seit dem letzten Jahr gelungen, Verbände aus dem Bereich der Entwicklungspolitik in die Verbändeplattform  zu integrieren.

Das Projekt wird koordiniert von

Weitere Verbände der Agrarplattform